blank blank
Suchen Zertifiziert nach ISO 9001
blank blank
blank
blank atmoAtmo Bild
blank Mit Biogas zum Doktortitel
blank linie grau
blank
blank
11.11.2013
Mit Biogas zum Doktortitel
„Sie arbeiten beharrlich weiter, auch wenn die Erfolgsaussichten eher im Nebel liegen. Und das ist einer der wichtigsten Schlüssel für Ihren Erfolg.“ Prof. Dr. Michael Bongards, Leiter der Forschungsgruppe GECO>C am Campus Gummersbach der FH Köln, sparte nicht mit Lob bei der Feieransprache für seinen frisch promovierten Mitarbeiter Christian Wolf. Sechs Jahre hat der zweifache Familienvater an seinem Werk gearbeitet, die Promotionsprüfung legte der schließlich in Irland ab. Externer Betreuer der Arbeit war Prof. Dr. Seán McLoone von der irischen Elite-Universität National University of Ireland (NUI) Maynooth. Wolf flog einmal pro Jahr nach Irland, um die Ergebnisse seiner Arbeit dort vorzustellen, dazwischen kommunizierte man über eine Vielzahl von E-mails, oft auch über die Internetplattform Skype.

Unter dem Thema „Simulation, Optimization and Instrumentation of agricultural biogas plants“ gibt Dr. Wolf in seiner Arbeit eine umfassende Gesamtschau über die Bedingungen für einen optimalen Betrieb von Biogasanlagen. Mess- und Regeltechnik kannte der 32-jährige Ingenieur aus seinem Studium der Automatisierung in Gummersbach, dazu musste er sich in die chemischen und biologischen Grundlagen der Biogas-Erzeugung einarbeiten. Die Entstehung von Biogas in einer großen Vergärungsanlage ist ein komplexer Prozess, der auch umkippen kann, z.B. durch Temperaturschwankungen oder Übersäuerung oder auch durch eine falsche Zusammensetzung des Biomaterials. Stoppt der Prozess, muss u.U. der Behälter ausgeräumt werden und langsam wieder mit geeignetem Material gefüllt werden. Dafür eignen sich Maisschrot, aber auch Gülle oder Grünabfälle. Das Wieder-Anfahren eines Biogasreaktors kann bis zu zwei Monaten dauern und so Verluste von bis zu 100.000 Euro verursachen.

Damit ist leicht zu ermessen, welchen Wert die Computer-Simulation der Abläufe im Biogasreaktor haben kann, wie sie Dr. Wolf und seine Kollegen entwickeln. Man kann so nicht nur Fehler im Betrieb vermeiden, sondern auch die Erzeugung von Strom und Wärme steigern. In einem ZIM-Projekt im Münsterland konnte Dr. Wolf zusammen mit einem Biogas-Unternehmen den Jahres-Ertrag einer Biogas-Anlage um 20 - 30 Prozent erhöhen, damit stieg der Jahresgewinn der Anlage um rund 200.000 Euro pro Jahr. Das Vorhaben wurde vom Bundeswirtschaftsministerium mit rund 175.000 Euro gefördert. Dieses Projekt war nur eines von vielen, die der Ingenieur als Mitglied der Forschungsgruppe GECO>C koordiniert hat.

Für die Zukunft wünscht sich Dr. Wolf, nach einer Praxisphase in der Industrie an die Hochschule zurückzukehren und in der Lehre zu arbeiten. Erste Erfahrungen als Dozent hat er schon gesammelt, auch seine zahlreichen Vorträge im In- und Ausland machen ihn zuversichtlich, dass er nicht nur in der Forschungsarbeit, sondern auch in einer Lehrtätigkeit erfolgreich sein kann.
blank blank
pfeil_grau Foto 1
linie_grau
v.l.n.r. : Universitätspräsident Prof. Dr. Philip Nolan, Dr. Christian Wolf, Doktorvater Prof. Dr. Seán McLoone
icon_datei Gruppenbild (1,40 MB)

blank
pfeil_grau Foto 2
linie_grau
icon_datei Foto 2 (618 KB)

blank
blank